Montag, 16 Januar 2012 12:34

Förderantrag für den VFJU e.V. (Club Courage) auf 300 Euro monatliche Unterstützung

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Antragsteller: Verein zur Förderung von Jugendkultur und Umweltbildung e.V. (Club Courage)

Datum: 16.01.2012

Ziel: Förderantrag für den VFJU e.V. auf 300 Euro monatliche Unterstützung

Status: gestellt

 

Inhalt:


Liebes StuPA,
hiermit möchten wir Euch kurz unsere Situation darstellen und erklären, warum wir für den Erhalt des Selbstverwalteten Zentrums „Sternstr. 31 – Club Courage“ Eure Hilfe brauchen.

Dazu möchten wir Euch kurz über den „Verein zur Förderung von Jugendkultur und Umweltbildung e.V.“ (VFJU) informieren, der als Träger der Räumlichkeiten für den Club Courage fungiert, über die Bedeutung des Club Courage als Freiraum für die Studierenden, unsere Finanzlage und unsere Perspektiven.

Verein zur Förderung von Jugendkultur und Umweltbildung e.V.
Der Club Courage wird seit Juli 2006 vom „Verein zur Förderung von Jugendkultur und Umweltbildung“ (e.V.) getragen. Der Verein ist seit der Gründung durchgehend als gemeinnützig anerkannt. Laut Satzung hat sich der Verein die Zwecke der Förderung der Jugendkultur und des Umweltschutzes gesetzt. Diese Zwecke sollen erreicht werden durch:

  • Bildungs- und Informationsveranstaltungen: Vorträge, Seminare, Workshops zu allgemeinen, sozialen, politischen, jugend- und umweltspezifischen Themen
  • Soziales Engagement: Schaffung von Beratungsangeboten und Anlaufstellen für Jugendliche, Flüchtlinge und sozial benachteiligte Gruppen
  • kulturelles Engagement: Konzertveranstaltungen, Ausstellungen, Workshops etc.
  • Herausgabe von Publikationen zu allgemeinen, sozialen, politischen, jugend- und umweltspezifischenThemen
  • Förderung der Möglichkeit aktiver demokratisch-zivilgesellschaftlicher Partizipation: Bereitstellung von Infrastruktur für bürgerschaftliche Initiativen, besonders für Jugend- und Umweltgruppen.

Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins.

Bedeutung des Club Courage für die Studierenden
Seit 2006 ist der Club Courage ein Freiraum, der von den verschiedensten Gruppen genutzt wurde und wird. Er bietet die nötige Infrastruktur und ist ein offener Treffpunkt für Studierende. In den letzten sechs Jahren haben viele politische und kulturelle Veranstaltungen (Diskussionsveranstaltungen, Vorträge, Konzerte, Parties, Kabarett, Lesungen etc.) stattgefunden, die bis auf wenige begründete Ausnahmen keinen Eintritt gekostet haben. Es wurde also ein Raum geschaffen, in dem sich Studierende ohne diskriminierende Schranken auch außerhalb des Seminarraums treffen können, um sowohl an den dort geschaffenen Projekten teilzunehmen, als auch neue ins Leben zu rufen oder um einfach einen netten Ort zu haben, um ihre Zeit zu verbringen. Gleichzeitig bildet der Club Courage einen Knotenpunkt, an dem studentische Interessen auf gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge treffen können: Neben verschiedenen Schülergruppen, z.B. die Bildungsstreik-Initativen, und generationenübergreifenden politischen Gruppen, wie z.B. Sofa, können Studierende hier mitten in der Gesellschaft anknüpfen. Außerdem ist es dem Club Courage gelungen, in der Nachbarschaft „anzukommen“, was sich besonders an dem stetigen Erfolg des Tages der offenen Tür beim Viertelfest zeigt.
Abgesehen von der konkreten kulturellen und politischen Arbeit ist die selbstständige Verwaltung des Zentrums für alle Beteiligten eine großartige Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen für einen Gegenstand des allgemeinen Interesses und bietet dabei die Chance, Kompetenzen auszubilden, die in der universitären Ausbildung beinahe immer zu kurz kommen; nur ein paar Beispiele: Konfliktlösungsstrategien bei divergierenden Interessen, Umgang mit anderen Meinungen und Standpunkten, Umgang mit Finanzen, „Projektmanagement“, Pressearbeit etc.. Letztlich haben wir einen Raum geschaffen, in dem soziale Kompetenzen trainiert werden, die von elementarer Bedeutung in unserer Gesellschaft sind, jedoch kaum Platz finden in der vermeintlich all zu praktischen Ausbildung an der Universität.

Beteiligte Gruppen

  • Jugendgeschichtswerkstatt
  • Vegan Brunch
  • Destruktive Kritik
  • ALM
  • JAM
  • Et2c
  • Montags Kino
  • Sofa
  • IKE
  • LOS

Gruppen, die die Sternstraße 31 in unregelmäßigen Abständen nutzen

  • Kritische JuristInnen
  • FLOH
  • Fachschaft Geschichte
  • Bildungsstreik-Initativen
  • Projektstelle ToP
  • Projektstelle Mexiko


Finanzlage – Finanzierung
Das Label „Club Courage“ war zu Beginn ein Projekt, das von der Europäischen Union mit Fördergeldern für Jugend-Initiativen unterstützt wurde. Es ging darum, einen Raum zu schaffen und zu gestalten, der als Jugendkultur-Zentrum fungieren und eine selbstverwaltete Möglichkeit für Begegnung und Auseinandersetzung darstellen sollte. Ein Konzept für die benötigte Infrastruktur sowie die Bekanntmachung waren die Basis für dieses Unternehmen.
Zu Beginn wurde der Club Courage durch Projektgelder der Europäischen Union unterstützt. Nach Auslaufen dieser Förderung ist es mit viel Idealismus und Elan gelungen, das Projekt fortzuführen und kontinuierlich weitere engagierte Menschen zu gewinnen, sodass der Name „Club Courage“ heute wie selbstverständlich mit den Räumlichkeiten in der Sternstraße 31 assoziiert wird. In den letzten Jahren waren noch weitere EU-geförderte Projekte in der Sternstraße 31 beheimatet. Zunächst gab es die Jugendgeschichtswerkstatt. Hier ging es darum, dass Jugendliche zu der Geschichte der Stadt Münster in der Zeit des Nationalsozialismus geforscht haben. In diesem Rahmen wurden beispielsweise Stadtrundgänge zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 09. November veranstaltet. Anschließend wurde die Projektinitiative "Offener Antifaschistischer Jugendtreff" mit Projektmitteln des Bundes für lokale Initiativen gegen Rechtsextremismus gefördert. Hiermit wurde ein offenes Angebot für Jugendliche eingerichtet mit inhaltlichen Veranstaltungen aus den Themenspektren: Geschichte und Entwicklung des Rechtsextremismus, Erscheinungsformen von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Antiziganismus. Die Teilnehmer_innen dieses Projektes waren so engagiert und interessiert daran, es weiterzuentwickeln, dass das von der EU geförderte Projekt „bar antifascista“ angeschlossen wurde. Das letzte mit EU-Mitteln geförderte Projekt trug den Namen „DYDinner“. Hier gab es einen wöchentlichen „offenen Abend“ für Jugendliche, die zusammen kochen und sich mit den Themen Ernährung und Umwelt beschäftigen wollten.
Trotzdem ist die Finanzierung dieser Räume und der beheimateten Projekte dauerhaft ein schwieriges Unterfangen. Neben den vier EU-Projekten und dem Projekt mit der Stadt Münster finanziert sich der Club Courage primär aus Spenden seiner "BewohnerInnen", d.h. dass die Studierenden, die es können, jeden Monat einen Teil der Miete beisteuern. Daneben gibt es unterschiedliche Unterfangen, mit denen die Miete bestritten wird, z.B. Soli-Parties, Cocktail Lounge, regelmäßige Bar-Termine etc.. Des Weiteren hat sich eine Art "Alumnikultur" gebildet, bei der "Ehemalige" als Einzelspender regelmäßig einen Beitrag leisten, um den Club zu betreiben.
Jedoch hat die Europäische Union ihre Mittel seit der Finanzkrise massiv gekürzt. Daneben sind unglücklicherweise einige zentrale Bestandteile der Infrastruktur kaputt gegangen. Da wir als Verein einen gewerblichen Mietvertrag haben, müssen wir für alle Reparaturen selbst aufkommen. Wir erreichen langsam den Punkt, dass die Anstrengungen, die wir für die Finanzierung aufbringen müssen, uns essentiell von unseren eigentlichen Projekten abhalten und sogar viele von der Beteiligung im Club Courage abschrecken.

Durch diese Umstände hat sich die finanzielle Situation so verschärft, dass wir ohne Hilfe den Club Courage nicht mehr aus eigener Kraft betreiben können.

Perspektiven
So lange es uns gelingt, die Finanzierung des Club Courage weiter irgendwie aufrecht zu erhalten, wollen wir auch weiterhin allen Studierenden die Möglichkeit geben, ihre Projekte in der Sternstr. 31 durchzuführen. Und dass das Interesse bzw. Bedürfnis unter den Studierenden nach diesem Raum sehr groß ist, zeigt sich schon an der Vielzahl der Veranstaltungen, die seit Jahren durch die Fachschaften und den AStA unterstützt wurden und werden.


Wenn Ihr uns helft, können wir gemeinsam den Club Courage weiterbetreiben

Gelesen 124 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Februar 2012 12:27

Schreibe einen Kommentar

Alle Angaben mit (*) sind zum Erstellen der Kommentare zwingend notwendig.